Ausleitende Verfahren
Die klassische europäische Medizin basierte bis zum Beginn der naturwissenschaftlichen Ära im wesentlichen auf Humoralpathologie. Diese versteht Krankheit als Störung des humoralen Milieus, d.h. ent-standen aus fehlerhafter Beschaffenheit und Verschlackung der Körpersäfte (lateinisch. Humores).
Hippokrates von Kos war der erste herausragende Vertreter der Humoralmedizin.
Die theoretische Grundlage seines Therapie-konzeptes war die Lehre von den vier Kardinalsäften (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) und den entsprechenden Temperamenten, welche bei Krankheit gestört waren.
Seine Folgerung aus der uralten Kenntnis von Zusammenhängen zwischen Körperinneren und Hautoberfläche war, dass die Organe eines kranken Körpers "gereinigt" werden können, indem über äußerliche Maßnahmen schädliche Stoffe nach außen abgeleitet werden. Daraus resultiert der Begriff "ausleitende Verfahren".
In allen Kulturkreisen gab es bis zum Mittelalter hervorragende humoraltherapeutische Ärzte, die ihr Wissen in unzähligen Schriften überliefert haben.
Der bedeutenste war Paracelsus von Hohenheim an dem sich später alle "Humoralärzte" orientierten.
Seit Anfang der zwanziger Jahre wurden diese therapeutischen Ansätze wieder aufgenommen.
Im Vordergrund steht die Ausleitung über die Harnorgane, die Verdauungsorgane und die Haut. Dies geschieht, indem gezielte Reize gesetzt werden, die einerseits eine Reaktion des Organismus als Ganzes und andererseits eine lokale Reaktion im gereizten Segment bewirken sollen. Die lokale Reaktion im gereizten Segment besteht in veränderter lokaler Durchblutung und Umverteilung von Gewebsflüssigkeit zum Reizort hin, der Ableitung. Als weiterer Effekt verringert sich aufgrund der so ausgelösten Konkurrenzschmerzreize die Schmerzempfindung aus dem erkranktem Organ. Durch diese Effekte kommt es zu einer Umstimmung des Organismus hin zu einem harmonischen vegetativen Tonus, zu deutlich gesteigerter Abwehrfunktion und zu einer Entlastung des Stoffwechselsystems.
Bei uns kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
Der Aderlass Der Aderlass führt als eine der ältesten Heilmethode der Menschheit zu einer Blutverdünnung und zu einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Organismus.
Schröpfen Bei der Schröpftherapie handelt es sich streng genommen um eine segmentbezogene Eigenbluttherapie.
Ein Energiemangel oder ein energetisches Ungleichgewicht im Gewebe wird so harmonisiert. Diese Therapieform ist vor allem bei chronischen Verspannungs- und Schmerzzuständen im Nacken und Rückenbereich (Triggerpunkte!!), bei Ekzemen und chronischem Juckreiz angezeigt.
In der Reflexzonenbehandlung ist der Schröpfkopf das einfachste Mittel, um einen Zugang zur gestörten Kybernetik des Organismus zu bekommen.
Wenn man eine gezielte Schröpftherapie an bestimmten Schröpforten durchführt, verschwinden oft mit einem Schlag viele spezielle Leiden.
Weitere Ausleitungsmöglichkeiten über die Haut ergeben sich über die Anwendung des Kantharidenpflasters und über das Baunscheidt-verfahren.
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